Abenteuer

Auf geht’s! Lass uns den Kongo entdecken!

Ganz nach diesem Motto starteten wir mit dem Taxi von Mpaka 120, unserem Viertel, Richtung Bas-Kouilou (40 km nördlich von PN). Im Gepäck nicht nur Gewand, Kekse und Wasser, sondern auch 25kg Reis, 25l Diesel und ein Sack mit Salz, Spaghetti und Süßigkeiten für unsere Gastgeber: Die Pfarre und vor allem der Pfarrer des Dorfes LOAKA, gelegen im schönen Mayombe, im Landesinneren. Dieses Dorf ist zwar auch mit dem Moped erreichbar, allerdings ist das recht mühsam und dauert sehr lange. Am besten nimmt man das Boot.
Angekommen in Bas-Kouilou ging es also nach etwas Wartezeit auf dem Fluss Kouilou los Richtung Norden. Am Boot herrschte reges Treiben: Essen wurde zubereitet (Gemüse, Fisch, Maniok,..) und verkauft,  Probleme mit dem Motor diskutiert, Bier getrunken und über Gott und die Welt gequatscht. Immer wieder hielt das Boot in kleinen Dörfern, um Waren abzuladen. Da es immer was zu schauen gab, war mir fast nie langweilig und ich genoss die besondere Atmosphäre (auch Dank der schönen Landschaft). Um 23:00 Uhr kamen wir nach 8 Stunden Bootsfahrt endlich in Magne an. Abbé Daniel und ca. 10 Kinder empfingen uns, sie haben extra auf uns gewartet! Die Kinder nahmen uns das Gepäck ab, um es die 2km bis nach Loaka zu tragen. Wir kamen in den Genuss mit dem Moped mitfahren zu dürfen und so sausten wir bei tiefster Nacht durch den tiefsten Wald bis in das Dorf Loaka. Der Empfang war überwältigend, nach Mitternacht gab es dann auch noch ein großes Abend- bzw. Mitternachtsessen für uns.
Der Sonntag war geprägt von der Palmsonntagsmesse, sehr lebendig, sehr bunt und auch sehr persönlich. Gleichzeitig zeigten uns am Nachmittag ein paar Kids das Dorf. Die Grundstimmung am Land ist einfach anders als in der Stadt. Obwohl es keinen Strom und kein fließendes Wasser (außer ein paar Bäche :)) gibt, scheint es mehr Zeit zu geben. Vielleicht sogar gerade deshalb. Man nimmt sich viel Zeit zum Quatschen, zum einfach Dasitzen, zum uns willkommen heißen,.. und gleichzeitig arbeiten die Leute in dieser Gegend auch sehr viel. Landwirtschaft und Fischerei sind die großen Domänen, so gabs jeden Tag frischen Fisch, Kochbananen, natürlich Maniok, Papaya und andere Köstlichkeiten.
Auch an den nächsten beiden Tagen erkundeten wir mit unserem lieben Guide Valin die Gegend: Wir marschierten durch den Regenwald und kamen so an den See Dinga, wo wir Bekanntschaft mit ein paar Fischern machten und auf einer Pirogue eine kleine Runde am See drehten. Auch der Ausflug in das Dorf Magne war beeindruckend. Vom Regen überrascht, suchten wir Unterschlupf und kamen so mit dem Vizepräsident des Dorfes ins Gespräch: Europa vs. Afrika, Stadt vs. Land, Affen schützen vs. Affen schießen, kinderreiche vs. kinderarme Familien – kein Thema blieb verschont!
Bevor wir am Mittwoch Vormittag den Heimweg antraten, wurden wir noch ordentlich überrascht: Die Dorfbewohner brachten insgesamt 9 Bananenstauden, die sie uns als Geschenk (wofür?!?) mitgaben und dazu ein geräuchertes Stachelschwein!!

Bei der Abfahrt mit dem Boot waren wir noch immer überwältigt von der Gastfreundschaft, aber auch von der Atmosphäre in der Pfarre: In dem Pfarrhaus stehen die Türen immer offen, der Tisch ist immer für ein paar Personen zu viel gedeckt – wer gerade kommt, isst mit. Der Fernseher im Wohnzimmer, der Dank des Stromgenerators am Abend für kurze Zeit eingeschaltet wird, dient als öffentliches gratis Kino für sämtliche Kinder und gleichzeitig als ihr Treffpunkt. Auch die Einfachheit in der die Dorfbewohner leben, hat uns berührt und uns passend zur Karwoche etwas auf das Wesentliche besonnen.

Die Heimfahrt war zwar kürzer allerdings auch sehr aufregend, da das Boot wieder in sehr vielen Dörfern hielt und hier voll (wirklich voll, also übervoll!!) mit Obst (vor allem Bananen), Gemüse und lebendigen Fischen beladen wurde!
Ein großes Abenteuer, das wir so schnell nicht wieder vergessen werden.

Hier ein kleines Video (sehr sehenswert :)): https://www.youtube.com/watch?v=VJAsDzv0_mA

Die Bootsfahrt geht los!

Sonnenuntergang bei der Hinfahrt

Palmsonntag

Immer ein gedeckter Tisch im Pfarrhaus

Das Collège von Loaka

Überall Bambus!

Fisch wird getrocknet und somit zum Poisson salé

Daniel und Valin

Die Dorfkinder und Moni

Unterschlupf beim Vizepräsident

Abschlussfoto mit unserer lieben Köchin

Es geht noch viel mehr!

Immer wieder hält das Boot in kleinen Dörfern.

Auch mit an Board :)

Wo man nicht überall vorbeikommt...

Zurück in Bas Kouilou mit den Geschenken der Dorfbewohner

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