Sonntagsgeschichten

Gralulationen an die Schwester
Mittlerweile haben wir hier schon drei Sonntage erleben dürfen. Wir waren ja schon im Vorfeld sehr gespannt auf die afrikanische Kirche, insbesondere auf die Gottesdienste hier. Vielen Erzählungen nach sind sie ja sehr lebendig. Am ersten Sonntag besuchten wir die Messe bei den Salesianern, deren Projekt und Pfarrkirche etwa 25 Gehminuten entfernt ist (man muss sich dabei auf dem Weg durch den Markt drängeln) und unser erster Eindruck war zunächst einmal nicht „lebendig“, sondern: Laut (!) ist es in der Kirche. Es sang ein Chor und die Dezibelstärke kam eher einem Konzert gleich, aber das scheint hier insgesamt der Standard zu sein, wie wir mittlerweile festgestellt haben.
Geschenksprozession für die Schwester
Am nächsten Sonntag wurden wir Zeugen einer ewigen Profess, für die freilich der Bischof angereist war (der ursprünglich Spanier und Salesianer ist). Die Schwester, die die Gelübde ablegte, war von einem hiesigen Orden und diese Messe war wirklich lebendig. Am Lustigsten war der Pfarrer der dazwischen immer wieder Stimmung machte. Was sich in etwas so abspielt: Der Pfarrer sagt etwas durchs Mikrophon (recht laut versteht sich) und die Menschen antworten gemeinsam und laut. Die „Schlachtrufe“ zu identifizieren ist für uns noch etwas schwer, da sie manchmal auf Kikongo sind. Auf alle Fälle beginnt jegliche Ansage mit einem lauten: „La paix du Christ!“ (mit einem langen öööö nach Christ – also „Christööö“) und die ganze Kirche antwortet mit einem lauten „Amen!“. Stimmung machen können sie also und das macht die Gottesdienste wirklich lebendig. Diesbezüglich nicht zu vergessen sind die Prozessionen. Jene zur Gabenbereitung wird mit tanzenden „Cheerleader-“ Mädchen eröffnet die durch den Mittelgang langsam Richtung Altar vorkommen, danach bringen andere aus dem Volk ihre Gaben vor.
Ölung des Altars

Diesen Sonntag waren dies insbesondere Öl. Irgendwie hatte sich wohl herumgesprochen, dass gerade viel Öl zum Kochen gebraucht wird. Aber auch andere Dinge für den Haushalt wurden vorgebracht. (Wir hatten übrigens genügend Zeit um das zu beobachten, da die ganze Gabenprozession sage und schreibe 50 Minuten dauerte. Nach meiner Hochrechnung kamen ca. 30 Menschen pro Minute vor, mal 50 min macht ca. 1500 Leute!) Es wurden also Wasserflaschen und -kanister, Kaffee, Milchpulver, Klopapier, Bananen usw. und diesmal wie gesagt viel Öl vorgebracht.
Nächste Abschätzung: Wie lange dauerte die Messe dann insgesamt? Sage und schreibe sechs Stunden lang! Ohne Scherz! Ehrlich – sechs Stunden! Alltag ist das sicher nicht, auch wenn die Messen hier normal schon länger dauern als bei uns, aber wir feierten die Einweihung einer Kirche. Ich kannte bis dato nur Bilder einer solchen Feier und es war wirklich beeindruckend. Die Highlights dabei sind, das Anklopfen an die Türe mit dem Bischofstab und die Einölung des Altars mit Chrisam. Zusätzlich aber gab es zudem noch 16 Paare, die ihre Hochzeit feierten. Es war schön, aber allzu romantisch fand ich es aufgrund der Anzahl der Paare irgendwie nicht. Das andere (für mich) befremdliche Faktum war das Alter der Ehepaare. Einige von ihnen haben wohl schon Enkel und sind wohl um die 60 Jahre. Das Thema wird mich wohl noch etwas beschäftigen.

Ein paar Punkte zum Schluss: Moni hatte vor der Kirchweihmesse eine kleine Kreislaufschwäche, das war vielleicht etwas dem Menschenauflauf geschuldet, denn es waren wahrscheinlich um die 3000-4000 Menschen. Sie wurde aber bestens versorgt und hat sich gleich wieder erholt. Insgesamt fand ich die Menschen bei diesem Fest sehr freundlich und zuvorkommend.
Im Projekt hier haben wir zweimal pro Woche eine Messe.

Die neue Kirche - Franz von Assisi
Einer der 5 (!) Chöre

Eines der Ehepaare
ÖL!

Kommentare

  1. Wahnsinn! Tolle Bilder - tolle Berichte aus einer "anderen Welt"! Paulina will jeden Tag neue Bilder sehen und hat gesagt: wowww Mama da sind alle so schön und bunt! Bei den Messen wären wir gerne Mäuschen - muss toll sein mit solchen Chören! Wir wünschen euch weiterhin so schöne und aufregende Erlebnisse und freuen uns auf viele Bilder und Berichte!

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