Mädchenheim

Im „Foyer“, dem Mädchenheim wohnen zuzeit 10 Mädchen im Alter von 6 bis 10 Jahren. Einige der Mädchen kommen aus unserem Viertel, andere von weiter weg. Sie wohnen hier das ganze Schuljahr, einen Tag im Monat sind sie bei ihren Familien. Langfristig ist das Ziel, die Mädchen wieder ganzjährig bei ihren Familien einzugliedern. Die Gründe weshalb das (noch) nicht möglich ist, sind ganz verschieden. Teilweise gibt es keine Eltern mehr, teilweise gibt es große Probleme zuhause, teilweise finanzielle Nöte, teilweise haben die Eltern keine Wohnmöglichkeit,… jedes Mädchen hat seine Geschichte.
Die Vorgeschichten unserer Mädchen sind hart und umso mehr wir erfahren, desto geschockter sind wir. Aber wir dürfen nicht vergessen, im Hier und Jetzt zu leben. Die Mädchen sind sehr fröhlich, sehr unbekümmert, sehr lieb und sehr liebenswürdig. Für uns ist es jedesmal wieder sehr schön, mit ihnen zu spielen oder zu plaudern. Eigentlich haben sie uns vom ersten Moment an vertraut und freuen sich jedesmal uns zu sehen.
Den Großteil des Tages verbringen die Mädchen in der Schule oder lernen zuhause. Für einige von ihnen ist das Lesen und Schreiben sehr schwer, da bekommen sie an den freien Nachmittagen (im Kongo haben die Volksschüler dreimal pro Woche am Nachmittag Schule) hier im Foyer Hilfe.

Am späten Nachmittag, wenn sie mit Lernen und Hausaufgaben fertig sind, spielen wir gern mit ihnen: Basketball, Fußball, Abschießen, Fangspiele, usw. Sie bewegen sich sehr gern, sind ehrgeizig beim Spielen und freuen sich sehr über Lob und Anerkennung. Kinder halt. Sehr gern spielen die Mädchen auch mit ihren Barbies. Sie können sie stundenlang frisieren, ihnen verschiedene Kleider anprobieren oder sich über das Leben ihrer Barbies unterhalten. Mädchen halt. :) Die meisten von ihnen hatten bevor sie ins Foyer kamen, keine Spielsachen, darum freuen sie sich umso mehr über ein paar Kleinigkeiten, die im Moment mehr oder weniger ihnen gehören.

Es sind die Kleinigkeiten, die zählen und die den Alltag versüßen.

Meine Schwester Lucia feierte (in Österreich natürlich) ihren 18. Geburtstag und als ich ihnen das erzählte, waren sie gleich sehr motiviert für sie zu singen und zu tanzen. Ich filmte sie dabei und sie hatten eine große Freude die Kurzvideos anzuschauen.

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