„Einmal zum Meer, bitte!“

Bei ein paar Fahrten mit den Schwestern haben wir schon einiges von Pointe Noire erspähen dürfen. Aber so ganz alleine waren wir noch nie (zumindest länger) unterwegs. Letzten Freitag war es dann so weit: Wir packten unseren Rucksack und los gings: Zuerst schlängelten wir uns zufuß durch den Markt, an dem kommt man einfach nicht vorbei. Ich stellte mit Überraschung fest, dass ich mich schon viel wohler fühlte, als bei den ersten Malen. Es ist echt spannend, was da alles verkauft wird: Gemüse, Obst, Fisch, Fleisch, Getränke, aber auch Schultaschen, Gewand, Schulhefte, Plastiksachen, Besen, Putzutensilien, Benzin, Kosmetika, und und und! Man bekommt hier wirklich alles! Obwohl wir aufgrund unserer Hautfarbe schon sehr viel Aufmerksamkeit auf uns ziehen und das eher unangenehm ist, war ich nun schon viel entspannter und konnte es genießen, mir die angebotenen Waren etwas genauer anzusehen.
Am Ende vom Markt standen wir vor der nächsten Herausforderung: wir wollten ein Taxi (das ist hier das gängige Fortbewegugnsmittel und die Stadt ist wirklich voll davon) zum Meer nehmen, wussten aber nicht so ganz, wo, wie, was und vor allem wieviel. Doch das stellte sich als leicht heraus. Nach einer kurzer Preisverhandlung mit dem Taxifahrer, saßen wir auch schon bei ihm drinnen, quatschten mit ihm und steuerten das Meer an. „Côte sauvage“ hieß unser Ziel und 15 Minuten später stiegen wir auch schon wieder aus. Bezahlt haben wir 1000 Francs (gemeinsam), das entspricht nicht mal ganz 1,5€. Es ist einfach traumhaft, das Meer so fast vor der Haustür zu haben! Für uns Österreicher ist der Ozean einfach faszinierend und so verbrachten wir fast eine Stunde damit, auf die hohen Wellen (eignen sich sicherlich auch zum Surfen) zu starren, den Sand unter unseren Füßen zu spüren und die Meeresluft zu genießen. Traumhaft! Vor allem auch, weil hier mal nicht so viele Leute sind, wie sonst überall.

Ja 20 Menschen passen da rein! ;)
Um wieder in unser Viertel zurück zu kommen, wählten wir die Methode, die auch viele Einheimischen zum Fortbewegen verwenden: Kleinbusse. In Österreich würden viele dieser (Toyota-) Busse sicherlich schon verschrottet werden – hier sind sie total in. In einem Bus sind 4 Reihen und in jeder Reihe (außer vorne) sitzen 4 Personen. Eng ist gar kein Begriff dafür, man quetscht einfach alles rein was geht. Und als wir dachten, jetzt sind wir aber wirklich voll, kam noch jemand dazu! In unserem Bus waren dann 20 Personen. Das nenn ich mal Effizienz. :)  Eine Busfahrt (egal wie lange) kostet pro Person 300 Francs, das sind 0,5€. Da es unsere erste Busfahrt war, waren wir teilweise einbisschen hilflos: Welche Busnummer? Wo steigen wir ein? Wo steigen wir aus? Doch wie sich herausstellte, war dies kein Problem: Die Kongolesen waren sehr freundlich und wir bekamen Hilfe von allen Ecken.
Diese erste Busfahrt war auf jeden Fall ein Erlebnis und es werden sicherlich noch viele folgen. Auch Ausflüge zum Meer werden wir in unseren Wochenplan aufnehmen :)

Der Bahnhof stammt noch aus der Kolonialzeit. Im Moment ist der Zugverkehr eingestellt.

Kommentare

  1. Na dann könnt ihr auch mal eine surfsession anreissen! #kongosurfers :D

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    1. Haha. Ja, schön wärs. Haben noch nie welche gesehen...

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